Eines vorweg: Der geschlossene App-Store-Markt hat seine Nachteile. Diese Nachteile und wie man sie umschiffen kann, werde ich in den nächsten Monaten in diesem Blog und kommenden Februar in meinem Buch „Die App-Store-Ökonomie“ eingehen.
Als Entwickler interessieren einen allerdings zunächst die Vorteile. Denn wie man die günstigen Gelegenheiten richtig nutzt, ist ebenso wichtig, wie die Vorsicht gegenüber potenziellen Gefahren. Darum widmet sich diese Serie der wunderbar optimistischen Frage:

„Warum werde ich denn nun im App Store reich werden?“

Dass es es sich mit dem großen App-Erfolg nicht ganz so einfach gestaltet, dürfte sich inzwischen selbst bis in die kleinste Programmier- Klitsche in Dinslaken durchgesprochen haben. Trotzdem: Anbieter profitieren in App Stores von allen Markteffekten und Kostenvorteilen die Informationsgütern zu eigen sind. Zusätzlich existieren viele Probleme nicht, die Softwareanbieter in offenen Systemen haben. So ist eines der wichtigsten Elemente der App-Store-Ökonomie zum Beispiel:

Der Lock-In-Effekt

Die großen Softwarekonzerne der Welt schulden Ihren Erfolg dem Lock-In-Effekt. Auch wenn es hart klingen mag: Diese Unternehmen sperren Ihre User ein und zwingen sie dazu, Ihre Produkte zu nutzen.

Hat man erst einmal ein paar Apps installiert und gelernt mit einem Betriebssystem umzugehen, fällt das Wechseln zu einer anderen Plattform schwer. Gekaufte Apps lassen sich nicht auf eine andere Plattform übertragen, selbst wenn eine App auch im Fremdsystem verfügbar wäre. Der Nutzer würde also beim Wechsel alle bisher gekauften Apps verlieren, daher ist von erhöhter Loyalität auszugehen, die auch in den App-Verkauf überführt werden kann. Der Umstieg auf ein anderes Produkt bringt noch weitere Probleme: Man muss die Bedienung neu erlernen, Daten migrieren und haufenweise Einstellungen vornehmen.

Kein Wunder, dass die meisten User ihrer Plattform treu bleiben. Microsoft hat seine Windows-Nutzer in der Hand, aber auch ein iPhone-Besitzer muss es sich zweimal überlegen, ob er auf Android umsteigt.

Gut für die Entwickler, denn Plattformtreue ist die Grundvoraussetzung einen langfristigen App-Kunden zu schaffen. Nun ist es an euch, liebe Entwickler. Sucht nach Wegen, einen Lock-In für eure Apps zu erzeugen. Wenn das klappt, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, monatliche Abogebühren zu verlangen.

Damit sie auf der eingezäunten Weide bleiben, müsst ihr eure User-Schäfchen aber auch pflegen und hegen. Denn sonst brechen sie aus – trotz Lock-In-Effekt.

Im nächsten Teil der Serie wird es um Software-Development-Kits gehen.