App Economy

Mobile-Marketing und -Strategie von Josef Mayerhofer

Schlagwort: app marketing

Wie bekommt man Reviews für seine App? Ein Interviel mit dem appgefahren-Chef

Tipps vom Insider: Ein Interview mit appgefahren-Chefredakteur Frederick Osterhoff

Anfang 2010 rief Frederick Osterhoff appgefahren.de und die dazugehörige appgefahren-App ins Leben. Der Informatik-Student konnte aus dem Hobby inzwischen ein Unternehmen machen, mit einer Basis von 30.000 regelmäßigen Lesern. Der App-Fan ist selbst Geschäftsführer und verantwortlicher Redakteur und wird von einigen Bloggern in seiner Arbeit unterstützt. Im Interview gibt er Einblick in die Redaktionsarbeit und bestätigt den einen oder anderen Tipp.  Weiterlesen

Naming an App — Find the best name from the Marketing Perspective.

app name idee

Wo erfahren potenzielle Nutzer von Ihrer App? Wenn sie nicht über externe Quellen wie Rezensionen oder Empfehlungen durch Freunde zu Ihrer App navigiert werden, finden sie sie im App-Store: Ein großer Teil der Apps wird so verkauft. Daher sind Ihr Auftreten im App-Store und die damit verbundene Sichtbarkeit so wichtig.

Auf den ersten Blick beurteilen die Besucher Ihre App anhand von vier Gesichtspunkten:

  1. App-Name
  2. Icon
  3. Screenshots
  4. Sterne-Bewertung

Diese vier Punkte müssen den Besucher davon überzeugen, mehr über Ihre App wissen zu wollen. Für die Kunden mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom sind es gar die einzigen Entscheidungskriterien. Die sind nämlich so ungeduldig, dass sie Beschreibungstext und Rezensionen gleich überspringen.

In diesem Blogpost beleuchte ich den Geschriebenen Teil Ihrer App-Visitenkarte. Ich habe vier einfache Grundregeln zusammengestellt, die Ihnen helfen, Ihren App-Namen zu finden oder zu verbessern.

1. Der Name der App muss für die Nutzer leicht zu merken sein.

Denken Sie daran, dass die Nutzer mit einer Unzahl an Apps konfrontiert sind und Ihre App zunächst nur einige Sekunden zu Gesicht bekommen.

Beispiele:

  • Im Spiel Fruit Ninja zerteilen Sie mit Ihrem virtuellen Schwert frische Früchte. Die lustige Spielidee wird auch im Namen transportiert; er ist kurz und einprägsam.
  • ElementalKnightsOnlineTheWorld, ein MMORPG, ist am anderen Ende der Einprägsamkeits-Skala anzusiedeln. Selbst, wenn die Entwickler sich für die Verwendung von Leerzeichen im Namen entschieden hätten, bliebe er sperrig und langweilig.

Wenn Sie in Ihrem App-Namen mehr Informationen unterbringen wollen, empfiehlt es sich, einen kurzen Namen zu wählen und durch einen Zusatz weitere Informationen zu geben. Auf dem Gerät zeigen Sie dann ausschließlich den Kurznamen an:

  • WhatsApp heißt in den App-Stores „WhatsApp Messenger“. Unter dem Icon auf dem Handy steht dann nur noch WhatsApp. Eine wichtige Zusatzinformation für Neulinge, die noch gar nicht wissen, worum es in der App geht.

2. Damit Ihre App in der Suche gefunden wird, sollten Sie nach Möglichkeit auch ein Keyword einbauen.

Die Platzierung von Keywords im App-Titel ist nicht nur für die Suche im App-Store wichtig, sondern sie wirkt sich auch auf die Auffindbarkeit durch herkömmliche Suchmaschinen positiv aus.

Sucht jemand im iTunes App Store beispielsweise nach „Weinführer“ tauchen gleich mehrere Apps auf, die dieses Wort im Titel tragen. Ganz anders ist die Situation im Android Market. Apps wie „Weinjahrgänge“, die man auch als Weinführer bezeichnen könnte, haben das Keyword verschlafen, und so liefert die Suche nach „Weinführer“ kein einziges Ergebnis.

3. Ein weiteres Kriterium für Ihren App-Namen sollte die Einzigartigkeit sein.

Abgesehen davon, dass Sie rechtliche Probleme bekommen können, wenn sich der Name Ihrer App mit dem einer anderen überschneidet, ist die Verwechslungsgefahr auch für Sie ein Problem.

Langfristig wollen Sie eine starke Marke aufbauen, Apps mit verwechselbaren Namen stehen sich dabei selbst im Weg. Das Beispiel von Fruit Ninja wird auch dem Kriterium von Einzigartigkeit gerecht.

4. Der Name Ihrer App sollte möglichst einheitlich in verschiedenen App-Stores und Ländern geführt werden.

Die Marke Ihrer App kann nur durch konstante Präsenz wachsen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben verschiedene App-Namen für Ihre Android- und iPhone-Versionen. Wenn ein Blogger nicht explizit beide App-Stores verlinkt, kann es sein, dass Ihre App nur in einem der beiden Stores gefunden wird. Durch unterschiedliche Namen verhindern Sie also Spillover-Effekte und bremsen das positive Feedback.

Im Lichte der internationalen Präsenz Ihrer App ist dieses Thema besonders relevant. Während einige User nur in dem Teil des Internets unterwegs sind, der in ihrer Muttersprache geschrieben ist, gibt es eine zweite Gruppe, die sich nicht viel aus Sprachbarrieren macht. Die erste Gruppe von Nutzern versteht den Namen Ihrer App unter Umständen nicht, wenn er nicht übersetzt wurde. Und die zweite Gruppe findet die App nicht, weil der Name in ihrem Heimatland anders lautet. Bei der Standardisierung des Namens sollten Sie beide Gruppen berücksichtigen. Falls Ihr Name nicht international verständlich ist, können Sie einen Teil des App-Namens übersetzen. So bleibt Ihre Marke international erhalten und der Titel Ihrer App trotzdem verständlich.

  • Die App FidMe (iOS, Android, WP7, Bada, Blackberry und Nokia), ersetzt Plastik-Kundenkarten. Der Name ist angelehnt an das französische Wort für Kundenkarte – carte de fidélité. Das werden die meisten Nutzer der deutschen Lokalisierung allerdings nicht verstehen. In diesem Fall hätten sich die Entwickler für einen Zusatz wie „FidMe – Kundenkartenverwaltung“ entscheiden können. Die Bezeichnung ist zwar sperriger, doch die höhere Aussagekraft und das eingefügte Keyword sind wertvoller als der kurze Name.

Foto: Kristian Niemi (CC BY-NC-ND 2.0)

Emotional App-Marketing: The story behind your app.

Thomas Suarez on Apps at tedx. Photo by Daniel Sofer (CC BY-NC-ND 2.0)

Vermutlich sind auch Sie in den letzten Tagen über ein immer populärer werdendes Video gestolpert, das nicht nur in der App-Welt für Aufsehen gesorgt hat: Die Rede ist vom TEDx Talk, den der 12-jährige Thomas Suarez kürzlich gehalten hat. Wie kommt er zu der Ehre? Er hat mit seinem kleinen Unternehmen CarrotCorp bereits einige Apps im iTunes App Store und unterstützt an seiner Schule andere junge Programmierer bei ihren App-Ideen.

Wie immer, wenn ein junges Talent seine Altersgenossen in den Schatten stellt, ruft das zwei Reaktionen hervor: überschwängliches Lob oder Hasstiraden. Ja, es ist ein wenig beängstigend, wenn ein Zwölfjähriger solche Ambitionen zeigt und mit seiner Präsentation selbst erwachsene und erfahrene Redner alt aussehen lässt. Man kann sich ausmalen, wo dieser Junge in wenigen Jahren schon stehen könnte. Das beunruhigt jeden, der nicht selbst noch ein Teenager ist.

Doch statt aus verletzter Eitelkeit von elterlichem Drill und angeblicher Arroganz zu reden, sollten Sie Suarez seinen Erfolg gönnen und aus seinem Video etwas für die App-Vermarktung lernen: Bewerben Sie nicht nur Ihre App, vermarkten Sie auch sich – und Ihre ganz persönliche Geschichte.

Suarez programmiert keine Spitzenapps, im Gegenteil. Sie haben den Charme von  ungezwungenen Experimenten und sind trotzdem sehr gut; für einen blutjungen Anfänger eben. Er verkauft sie teilweise immerhin für 99 Cents und erhält auch sehr gute Wertungen, weil er den Jugend-Bonus hat. Menschen kaufen seine App, weil Sie ihn unterstützen wollen. Das zeigt: Je mehr persönliche Bindung Sie herstellen können und je mehr Sie Ihre App-Marke mit positiven Emotionen aufladen, desto besser.

Überlegen Sie, welche Geschichte Sie zu Ihrer App erzählen können: Sie haben Ihre Küchentricks-Sammlung programmiert, weil Sie selbst einmal beinahe an einer Fischvergiftung gestorben wären? Für die Arbeit an Ihrem Spiel mussten Sie von Ihrem rumänischen Bauerndorf täglich zwei Stunden zum nächsten Internet-Café pendeln? Was auch immer sich eignet, um der Entstehung Ihrer App einen persönlichen Touch zu verleihen und der Presse eine interessante Anekdote, eine lustige Schlagzeile, eine tolle Metapher zu liefern – verwenden Sie es. Und bleiben Sie authentisch dabei.

Nicht zu jeder App gibt es eine gute Geschichte, dann müssen eben deren Qualitäten im Vordergrund stehen. Doch wenn es eine gibt, seien Sie nicht schüchtern. Wenn ein Zwölfjähriger sich einem Millionenpublikum aussetzen kann, schaffen Sie das schon lange.

Bild: Daniel Sofer (CC BY-NC-ND 2.0)

 

 

 

© 2017 App Economy

Theme von Anders NorénHoch ↑