Tipps vom Insider: Ein Interview mit appgefahren-Chefredakteur Frederick Osterhoff

Anfang 2010 rief Frederick Osterhoff appgefahren.de und die dazugehörige appgefahren-App ins Leben. Der Informatik-Student konnte aus dem Hobby inzwischen ein Unternehmen machen, mit einer Basis von 30.000 regelmäßigen Lesern. Der App-Fan ist selbst Geschäftsführer und verantwortlicher Redakteur und wird von einigen Bloggern in seiner Arbeit unterstützt. Im Interview gibt er Einblick in die Redaktionsarbeit und bestätigt den einen oder anderen Tipp. 

Wie viele Apps bekommen Sie im Lauf eines Monats zum Rezensieren zugesandt? Und wie viele können Sie tatsächlich rezensieren?

Frederick Osterhoff: Die Anzahl der Einsendungen ist natürlich von Monat zu Monat unterschiedlich. Wir bekommen viele Tipps von unseren Nutzern, doch auch viele Entwickler schreiben uns mit der Bitte um eine Erwähnung an. Durchschnittlich erhalten wir grob 60 Hinweise pro Tag per E-Mail. Wir schauen uns die Apps an, bilden unsere Meinung und entscheiden dann, ob wir einen Artikel verfassen oder nicht. Ich würde sagen, dass wir ungefähr 20 Prozent aller eingesandten Apps auf unserer Seite und in der App vorstellen.

Welche Art von Apps rezensieren Sie besonders gern?

Frederick Osterhoff: Gerne gesehen sind bei uns gute Spiele. In der Redaktion sind die Geschmäcker natürlich verschieden, von daher kann ich nicht für jeden einzeln sprechen. Auch ein nützliches Tool, das im Alltag hilft, wird gerne rezensiert. Generell gilt: Gut gemachte Apps sind immer gerne gesehen.

Welche Information darf man beim Einreichen auf keinen Fall vergessen?

Frederick Osterhoff: Was auf keinen Fall fehlen sollte, ist ein Link direkt in den App-Store. Es ist beispielsweise viel einfacher, sofort auf den Link zu klicken, statt den App-Namen zu kopieren, iTunes zu öffnen, den App Namen wieder einzufügen und die Suche zu starten. Außerdem ist eine Auflistung der Schlüsselfunktionen gerne gesehen. Falls vorhanden, kann ein Link zum Promo-Video gerne mitgesandt werden. Optische Eindrücke sind meistens viel interessanter als ein langer Text.

Bekommen die Programmierer eine Absage, falls die App nicht rezensiert werden kann?

Frederick Osterhoff: Aus zeitlichen Gründen können wir nicht alle E-Mails beantworten, und daher gibt es von unserer Seite aus keine Absage. Wenn wir Interesse an der App haben, fragen wir nach einem Promo-Code, sofern es um eine Bezahl-App geht. Bei Gratis-Apps entscheiden wir nach Qualität und veröffentlichen einen Bericht, meistens aber ohne E-Mail an den Entwickler. Ein Tipp von unserer Seite aus an die Entwickler: Wenn Sie uns E-Mails schicken, muss nicht immer sofort ein Promo-Code hineingepackt werden, da diese begrenzt sind. Jedoch sollten auf eine Anfrage um einen Code keine drei Tage vergehen, da die App dann schon wieder als „alt“ eingestuft wird.

Haben Sie allgemeine Tipps für Entwickler, die ihre App rezensiert sehen wollen?

Frederick Osterhoff: Legen Sie die App vor der Veröffentlichung Ihren Freunden vor und schauen Sie, was sie dazu sagen. Nur die eigene Meinung reicht nicht aus, um zu sagen, wie die Qualität und das Potential zu bewerten sind. Schlüpfen Sie in die Rolle eines normalen Nutzers und sehen Sie selbst, ob die App intuitiv zu bedienen ist oder wo noch große Fehler zu finden sind.

Natürlich muss man hier zwischen zwei Welten unterscheiden: der kleine Entwickler von nebenan oder die große Entwicklerschmiede mit eigener Marketing-Abteilung. Eins ist aber sicher: Wer uns eine gute App vorschlägt, hat große Chancen, erwähnt zu werden.

Vielen Dank für das Interview, Herr Osterhoff.